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Auszüge aus Teil 4 aus dem Heimatbuch Wurmloch im Weinland

zur Geschichte der Gemeinde Wurmloch

 

Zeittafel zur Geschichte der Gemeinde Wurmloch.

Zusammenstellung von Hans Linder und Roland Hönig nach Angaben aus „Daten zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Wurmloch“ von Pfarrer Hellmut Klima und dem Archiv der evangelisch-sächsischen Kirchengemeinde von Wurmloch.

Name: Der Ortsname, welcher anscheinend aus dem Mittelhochdeutschen stammt, bedeutet soviel wie Schlangenwald. „Wurm“ heißt soviel wie Schlange und „Loh“ bedeutet Wald.  Siehe im Buch Seite 121 (Kisch, Band 45.)

Von den Ungarn wurde Wurmloch in „Baramlaka“ umgedeutet, was so viel wie Rinderwohnung bedeutet.

 

1224 Nach G.E. Müller ist Wurmloch im Jahre 1224 gegründet worden (Gräven pg. 114)

1263 wird erstmals in Urkunden eine „possessio  Barwmlak“ (possessio=Besitz) erwähnt (Györffy II/195.

1300 wurde vermutlich (laut Inschrift auf einer Restmauer unter der Orgelempore) auf den Grundmauern einer Kapelle romanischen Stils die Wurmlocher Kirche St. Peter gebaut.

1305 wird die Gemeinde unter dem Namen Baromlak urkundlich erwähnt und befindet sich im Besitz des Adeligen Apa. Dieser hinterließ seinem Sohn (Comes) Gregor das Dorf. Folglich war Wurmloch zu dieser Zeit Adelsbesitz und untertänig.

1357 ziehen die Pfarrer des Schelker Kapitels eine Klage gegen den Weißenburger Bischof zurück. Unter den geistlichen Vertretern wird auch „Gerhardus de Wurmloch“ genannt. Damit wird zum ersten male, der deutsche Ortsname urkundlich erwähnt. Dadurch ist die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Schelker Stuhl ebenfalls erwiesen. (Ub.II. Nr.729, pag. 146)

Eintragungen aus dem Jahren 1359, 1397,1398 zufolge, in denen es um Hattertstreitigkeiten mit Mortesdorf ging, geben Aufschluss darüber, dass die Gemeinde frei, und nicht im Besitz von Adeligen war. Ein Versuch im Jahre 1411, durch den Abt von Kolosmonostor, die Gemeinde untertänig zu machen, blieb erfolglos

Es kam auch in späteren Jahren (1460, 1484,1546 sowie 1833) immer wieder zu Hattertstreitigkeiten mit Nachbargemeinden.

Aus schriftlichen Überlieferungen kann ersehen werden, dass Wurmloch immer wieder Unterstützung durch die königliche Obrigkeit erfuhr. 1511 war es ein Steuererlass nach einem großen Brand. Bedingt durch die Folgen des Bürgerkrieges, war es 1602 ein Schutzbrief, und 1660 ein Verbot des Fürsten Barcsai, Forderungen an die Bewohner zu stellen.

 Aus einer Eintragung im Kirchenarchiv aus dem Jahre 1764 geht hervor, dass nur wer lesen kann, in der Bruderschaft aufgenommen werden darf. Ein Eintrag von 1516, in dem ein Schulmeister erwähnt wird, lässt auf das Vorhanden sein  einer Schule, schon in dieser Zeit,  schließen. Berichten zufolge wurde von 1860-1862 ein neues Schulgebäude errichtet, in welchem sowohl Knaben als auch Mädchen unterrichtet wurden.

Einer Urkunde von 1414 zufolge war die Wurmlocher Kirche dem Heiligen Petrus geweiht und wurde Kirche St. Peter oder Peterskirche genannt. Sie gehört bis heute zu den größten und eindrucksvollsten Dorfkirchen dieser Art in Siebenbürgen. Einer Erwähnung aus dem Jahre 1446 zufolge gab es, neben der Peterskirche, auch eine Kapelle des Heiligen Cyriakus im Dorf.

Aus den folgenden Jahrhunderten gibt es unterschiedliche schriftliche Eintragungen über die Kirchenburg. Sei es, weil aufwändige Arbeiten nötig wurden, wie in den Jahren 1520-1528, oder die Anschaffung der kleinen Glocke 1735. 1742 wurden starke Beschädigungen, verursacht von einem Erdbeben aus dem Jahre 1738, behoben. 1809 wurden auf Beschluss des Konsistoriums die nicht gemauerten Fruchtkammern in der Ringmauer, durch gemauerte und mit Ziegeln gedeckte, ersetzt. 1870  wurde in Wien eine neue Turmuhr gekauft und eine blaue Bruderschaftsfahne erstellt.

(Weiter Informationen die Kirchenburg betreffend, werden zu einem späteren Zeitpunkt und in einer gesonderten Chronik zusammengefasst werden)

Ende des 19. Jahrhunderts, 1873 wurden die Weingärten zum ersten Mal von Mehltau befallen, und es kam, wegen großer Trockenheit, zu einem großen Bergrutsch.

1880 kommt es zu einem verheerenden Brand, und viele Wirtschaftsgebäude werden in Wurmloch vernichtet.

Im 20. Jahrhundert war ganz schön was los in Wurmloch.

1907 wurde der Konsumverein gegründet.

1909-1910 wurde das Gemeindehaus errichtet. Es besteht aus dem Festsaal, einem Leseraum und zwei Klassenzimmern. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 25.000 Kronen.

1911 wurde am 01. April das landeskirchliche Waisenhaus in Wurmloch seiner Bestimmung übergeben. Im gleichen Jahr wurde durch die bürgerliche Gemeinde die Straßenbeleuchtung mit Petroleumlampen eingerichtet.

1913, am 28. Dezember fand der „Zweite Familienabend im Gemeindesaal statt und der Pfarrer hielt für die Jugend eine „Fortbildungsschule“ ab.

1914-1918 bleibt auch Wurmloch nicht von den Folgen des 1. Weltkrieges verschont.

168 evangelische Gemeindemitglieder mussten einrücken. 14 wurden zu Kriegsarbeiten herangezogen. Es wurden 20 Gefallene und 5 Vermisste verzeichnet. Verwundet wurden 16, und 27 gerieten zum Teil in russische, zum Teil in italienische Gefangenschaft.

Diesem Krieg fielen 3 Glocken aus dem Glockenturm der Kirchenburg St. Peter zum Opfer. Das waren die mittlere Glocke (470kg), die kleine Glocke (33kg) und das Schulglöckchen, auch Herrgottsglöcklein genannt (22kg). Sie wurden beschlagnahmt und für Kriegsmaterial eingeschmolzen.

1916 wurde Wurmloch von einem Erdbeben erschüttert, welches aber keine Schäden verursacht hatte.

Am 31.10.1921 tritt eine bereits 1918, von rumänischer Seite aus geplante Agrarreform in Kraft. Durch diese verliert die sächsische Kirchengemeinde von Wurmloch, 121 Joch Wald, 1,5 Joch Pfarrgrund. Nutznießer sind die orthodoxe Kirche, die griechisch-unierte Kirche und die bürgerliche Gemeinde.

1938 hält das elektrische Licht Einzug in Wurmloch!

1935/1936/1937 sind geprägt von Unstimmigkeiten in der „Bruderschaft „. In diesem Zeitraum soll auch eine denkwürdige „Saalschlacht“ stattgefunden haben, zu der aber keine genaueren Angaben zu finden waren.

Bis 1941 befanden sich die deutschen Schulen in der Obhut der Kirche. Per Zwangsbeschluss“ gingen diese in den Besitz der Verwaltung der „Deutschen Volksgruppe Rumäniens“ über.

1944 kam es zu einer Absperrung der deutschen Schulen durch den rumänischen Rektor. Zwei Presbyter konnten es, durch Überzeugungsarbeit, rückgängig machen, so dass die deutschen Schulen wieder von der Kirche übernommen wurden.

Von 1939 bis 1945 ging der 2. Weltkrieg auch an Wurmloch nicht spurlos vorbei.

Der härteste Schlag war, als am 13. Januar 1945, alle Männer im Alter zwischen 17 und 45, und alle Frauen von 18 bis 35 Jahren, in die Sowjetunion zwangsdeportiert wurden. 

Es folgte eine Agrarreform im März des gleichen Jahres, welche alle Glaubensgenossen deutscher Volkszugehörigkeit enteignete, und ihr gesamtes Vermögen raubte. Einzig das Gotteshaus, das Pfarrhaus und der Friedhof bleiben im Besitz der evangelisch-sächsischen Gemeinde.

1948 wird das Schulwesen verstaatlicht und das gesamte Schulvermögen geht ohne Entschädigung an den Staat über.

Am 19. Oktober 1949 wird der Pfarrer vertrieben und der Pfarrhof zur „Staatsfarm“ umfunktioniert.

Am 4. April 1954 erfolgt die Gründung der Kollektivwirtschaft. Später LPG genannt.

1956, berichteten Zeitzeugen, wurde Erdgas zu Heizzwecken eingeführt.

1964 wird der amtliche Name von Vorumloc, per Dekret in Valea-Viilor abgeändert.

1977-1980 sind Jahre des Aufbaues. Eine neue Schule wird gebaut. Das Postamt renoviert und das Telefon hält Einzug. Hallen für die LPG bzw. die Staatsfarmen werden errichtet. Zu den bestehenden 80 Hektar Weinland, kommen 30 hinzu.

Waren bei der Wende 1989 noch 110 Hektar Weinberge in Wurmloch, gibt es heute leider so gut wie keine mehr, die Staatsfarm wurde aufgegeben.Plötzlich war kein Herr mehr da und die Weinberge sind weg. So passt der Name Valea-Viilor, nicht mehr ganz zum Ort.

Wurmloch bekommt 1979 Trinkwasserleitungen. Die Brunnen, Wassertanks und Leitungen wurden privat, in einer Art Nachbarschaftsleistung eingerichtet. Da das Rathaus sich nicht dafür eingesetzt hatte, kamen nur die beteiligten Haushalte  in diesen Genuss.

1977-1980 sind auch die Jahre in welchen immer wieder Gemeindemitglieder nach Deutschland auswandern. Die Zahl steigt drastisch nach der Wende.

1981 leben noch 600 Siebenbürger Sachsen in Wurmloch.

2004 zählt die evangelische Kirchengemeinde gerade mal 20 Seelen.

2014 sind es noch 6 Personen.

 





  

Vielen Dank an dieser Stelle, für die Verfasser des Wurmlocher Heimatbuches, sowie an die Einsender von Lichtbildern und sonstigem Quellenmaterial, die zur Entstehung des Heimatbuches beigetragen hatten.

 

 

 Quelle:Wurmloch im Weinland; Heimatbuch einer siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft, herausgegeben von Roland Hönig im Auftrag der Heimatortsgemeinschaft Wurmloch. Erschienen im Sedna Verlag, Deutschland im Jahre 2011.

 

 

 

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